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Veröffentlichte Bücher: "Life on the Line - The heroic story of Vicki Moore" von Matilda Mench und "Rettet den Gnadenhof" von D.L.M. Mench, sowie Gute-Nachtgeschichten für Kinder usw.

Dienstag, 8. August 2017


Vermüllung der Gewässer - bei Kindern fantasievoll ein Bewusstsein für Umweltschutz erwecken



Derzeit kann man sich einer Diskussion über die Vermüllung der Meere und Flüsse nicht mehr entziehen. Ich finde es erfreulich, dass dieses Thema endlich im Bewusstsein der Allgemeinheit angekommen ist. Hoffentlich trägt das zu einer Verbesserung für die tierischen und pflanzlichen Wasserbewohner bei. Mich beschäftigt das Thema schon lange, denn auch an Traumstränden waren die im Wasser dümpelnden Plastikprodukte nicht zu übersehen. Im Sommer 2016 schrieb ich diese Geschichte zum Vorlesen oder für kleine Selbstleser:


Seenot


Spiegeleiqualle
Spiegeleiqualle

Die glänzenden kleinen Fische schießen durch das Wasser. Hoch und runter und um einen Stein herum. Hektisch sehen sie sich immer wieder nach etwas um, das wie eine riesige dunkle Wolke aussieht. Es ist ein Schwarm von großen Fischen, der immer näher kommt. Ängstlich suchen die Fischlein nach einem Versteck. Doch hier gibt es weder Felsen noch Seegras. Starr vor Schreck bleiben sie auf der Stelle stehen. „Wir werden sterben“, jammert einer.
„Die haben fast unsere ganze Familie gefressen. Jetzt holen sie sich den Rest“, heult ein anderer.
Plötzlich wird etwas über sie gestülpt. „Was ist denn das?“, schreit einer.
„Ist das schon das Ende?“, ruft ein anderes Fischlein. “Ist das ein Schirm? Oder eine Glocke?“
„Ihr müsst keine Angst haben“, sagt eine wunderschöne Stimme. „Ich fresse euch nicht.“
„Wer bist du?“, ruft ein Fischlein.
„Ich bin eine Qualle.“
Die Fischlein sehen sich erstaunt an. Dann rufen sie im Chor: „Wie eklig!“
„Quallen sind doch giftig“, sagt ein Fischlein und schwimmt von der Außenwand weg zur Mitte der Glocke.
„Ich habe mich über euch gestülpt, um euch zu schützen. Die großen Fische haben Angst vor meinem Gift.“
„Wieso sollen wir dir glauben?“, fragt das größte Fischlein und schwimmt vor seine Freunde. "Wir kennen dich nicht."
„Bist du der Anführer?“, fragt die Qualle.
Das Fischlein dreht sich zu den anderen um. „Bin ich euer Anführer?“
Alle nicken.
„Also gut, ich bin der Anführer.“
„Wie heißt du denn?“ fragt die Qualle.
„Glitter.“
„Das ist ein schöner Name. Der passt gut zu dir.“
„Und du, wie heißt du?“
„Wir Quallen haben keine Namen. Wir haben ja nicht einmal ein Gehirn. Wie also sollen wir uns unsere Namen merken?“
„Haben Fische ein Gehirn?“
„Kannst du dir deinen Namen merken oder nicht? Kannst du. Also hast du ein Gehirn. Ein ganz kleines allerdings.“
„Wie lange müssen wir denn in dir bleiben?“, fragt Glitter.
„Bis die großen Fische weg sind.“
„Ich kann hier gar nichts sehen. Alles ist so glibberig. Woher weiß ich, dass du uns die Wahrheit sagst? Vielleicht sind sie längst weg und du willst uns selber fressen.“
„Seht ihr die lila Punkte am Ende meiner Tentakel?“
„Tenta was?“, fragt Glitter.
„Tentakel. Das sind meine Fangarme.“
„Fangarme? So wie bei einem Tintenfisch? Bei dir sind es bloß ganz viele dünne Fangfäden.“
„Du bist ganz schön unhöflich, mein Kleiner! Passt auf: Wenn ihr bis zu den lila Punkten vorschwimmt, könnt ihr nach draußen sehen, aber die Raubfische kommen nicht an euch heran. Sie denken, dass ich mein Gift herausschleudere und halten Abstand.“
Glitter macht seinen Freunden ein Zeichen, damit sie ihm folgen. Vorsichtig schwimmen sie in die Tentakel, die mit den Bewegungen der Qualle hin- und herpendeln.
„Das ist ja ein richtiger Dschungel hier. Kaum ein Durchkommen“, sagt ein ganz kleiner Fisch.
„Nun beschwer‘ dich noch, du Zwerg“, sagt die Qualle.
„Ich habe auch einen Namen. Ich heiße Glimmer.“
„Na, ob ich mir das alles merken kann?“, murmelt die Qualle.
„Wo schwimmst du mit uns hin?“, fragt Glimmer.
„Keine Ahnung! Müsst ihr irgendwo hin?“
„Nein, nur weg von hier.“
Die Fischlein schwimmen tiefer in die Qualle hinein.
„Und schon geht es los!“, ruft sie fröhlich.
Gleichmäßig zieht sich ihr Körper zusammen und entspannt sich wieder, als sie langsam durch das Meer gleitet.
„Das nennt die schwimmen?“, motzen die Fischlein. „Kein Wunder, dass es so langsam vorangeht.“
„Auch noch Ansprüche stellen, ihr undankbaren Winzlinge“, sagt die Qualle. „Ich bin zwar keine Ohrenqualle, aber das habe ich trotzdem gehört.“
Die Fischlein schwimmen auseinander. Sie verständigen sich nur noch mit Zeichensprache.
Auf einmal bleibt die Qualle stehen. „Pause, Jungs! Hier sind wir sicher. Wir haben sie abgehängt. Ihr könnt ausschwärmen.“
Vorsichtig schwimmt Glitter zu den lila Punkten, um zu sehen, ob die Qualle die Wahrheit gesagt hat. Doch Glimmer schießt an ihm vorbei nach draußen. Er umrundet die Qualle und betrachtet sie mit großen Augen. Dann hält er sich mit den Flossen den Bauch vor Lachen.
„Was ist denn so lustig?“ fragt Glitter.
„Wir reisen in einem Spiegelei!“
„Ein Spiegelei?“
„Die Qualle sieht wie ein Spiegelei aus. Ist das komisch!“, lacht Glimmer. „Kommt alle raus und seht selbst!“
Neugierig schwimmen die Fischlein zu ihrem Freund. Einer nach dem anderen fängt zu lachen an.
„Lacht ihr über mich?“, fragt die Qualle.
„Du siehst aus wie ein Spiegelei“, sagt Glitter.
„Na und?“, antwortet die Qualle kühl. „Ich bin schließlich eine Spiegeleiqualle. Wieso sollte ich nicht so aussehen?“
„Entschuldige bitte, die Jungs sind ein wenig albern. Sie sind noch so unerfahren und haben noch nicht viel von der Welt gesehen. Und ganz bestimmt keine Spiegeleiqualle.“
„Ich muss jetzt etwas essen“, sagt die Qualle. „Ihr könnt mitessen. Hier gibt es genug Plankton für uns alle.“
Die Fische und die Qualle beginnen mit dem Essen. Auf einmal fällt ein Schatten über die kleine Gruppe. Alle schauen nach oben.
„Ein Mondfisch!“, schreit die Qualle.
„Und?“, fragt Glitter.
„Der will mich fressen“, ruft die Qualle. „Los, steigt ein!“
Die Fischlein schwimmen zurück in die Glocke und die Qualle schwimmt los. Sie gleitet so schnell sie kann durch den Ozean, doch der große Schatten lässt sich nicht abhängen. Er bleibt die ganze Zeit über ihr.
„Kannst du ihn nicht vergiften?“, ruft Glimmer.
„Nein, das Gift an meinen Fangarmen macht ihm nichts.“
„Aber er hat doch keine Schuppen.“
„Ein Fisch ohne Schuppen?“, fragt ein dickes Fischlein. „Gibt es das?“
„Ja, er hat eine ganz dicke Haut. Wie Leder. Da geht nichts durch.“
Auf einmal gibt es einen Ruck und es wird dunkel. Die Qualle steht still im Wasser.
„Hat dich der Mondfisch gefressen?“, ruft Glitter. „Sind wir dann auch gefressen worden und alle in seinem Bauch?“
„Ich weiß auch nicht, was los ist“, antwortet die Qualle. "Ich sehe nichts mehr und es geht nicht weiter. Ich schwimme immer gegen etwas, aber ich weiß nicht, was es ist.“
„Sollen wir mal nachsehen?“, fragt Glitter.
„Ja bitte, aber seid vorsichtig“, sagt die Qualle.
Glitter macht einem moppeligen Fischlein ein Zeichen, dass es mitkommen soll. Sie verlassen die Glocke durch die Tentakel. Nach einer Weile hört man Glitters Stimme: „Qualle, du bist in etwas drin. Aber ich weiß noch nicht in was. Dahinten ist ein Ausgang. Wir schwimmen mal hin.“
Diesmal dauert es noch länger. Die Fischlein im Innern der Qualle schlagen besorgt die Flossen zusammen: „Wo die wohl bleiben? Hoffentlich ist nichts passiert!“
Glimmer wagt sich etwas aus den Tentakeln hervor. „Ich sehe sie. Sie kommen zurück.“
Glitter und sein Begleiter schwimmen in die Mitte der Gruppe. „Qualle ist in eine Plastiktüte geschwommen. Wahrscheinlich hat sie sich gerade nach dem Mondfisch umgedreht und die Tüte nicht gesehen.“
„Wie komme ich denn aus der Tüte raus?“, fragt Qualle. Ich kann nicht einfach den Rückwärtsgang einlegen.“
„Du musst in der Tüte drehen. Wir weisen dich ein“, sagt Glitters Begleiter.
„Aber vielleicht ist es besser, noch ein wenig zu warten“, schlägt Glimmer vor. „Der Mondfisch wundert sich bestimmt, wo du bist. Der kapiert nicht, dass du in der Tüte steckst und sucht anderswo nach dir. Und wenn er weg ist, lotsen wir dich aus der Tüte.“
Sie warten eine halbe Stunde. Dann wagen sich die Fischlein nach draußen und schauen sich um. „Qualle, er ist weg“, ruft Glitter. „Du kannst drehen.“
„Du hast gut reden. Ich kann nicht so einfach drehen. Hier ist kein Platz, ich kann mich kaum bewegen.“
„Wir helfen dir. Du schaffst das schon.“
Die Fischlein verteilen sich um die Qualle und geben ihr Anweisungen: „Nicht so weit nach vorne“ oder „nicht so nah an die Wand“ und „ein wenig mehr nach links.“
Endlich ist es soweit. Die Qualle flutscht aus der Plastiktüte. „Danke Jungs, ohne euch hätte ich das nicht hingekriegt. Und dann wäre ich in der Tüte verhungert. Ich bin jetzt schon so hungrig. Lasst uns unser Picknick fortsetzen. Ich besorge uns noch etwas Plankton.“
Sie schwimmt näher an den Grund heran.und wirbelt die kleinen Teilchen auf. Die Fische schlagen sich die Bäuche voll. Dann kehren sie durch den Tentakelwald in die Quallenglocke zurück und schlafen erschöpft ein.

© 2016 Matilda Mench



Wer Lust auf mehr hat, dem empfehle ich den Blog-Eintrag "The making of Klitzekleine Kreaturen" oder gleich direkt "Klitzekleine Kreaturen - Ein Dutzend Geschichten zum Staunen und Träumen" zu erwerben. Es ist in allen gängigen E-Reader-Formaten erhältlich.

Montag, 14. November 2016

Werbung wie in der Steinzeit



Jedes Mal, wenn ich an diesem Plakat vorbeikam, habe ich mich massiv geärgert. 

Warum? Das Bilder sind nicht obszön oder anstößig. Die beiden Frauen sind gut gestylt und sehen nicht unglücklich aus. Herzlichkeit geht von ihren auf Katzenblick geschminkten Augen nicht aus, vielmehr scheinen sie Kontrolle zu haben, über was und wen auch immer. Alles gut, oder? 

Aber dann: "100 Girls" verspricht das Poster. Massenware Frau. Selbstbedienung an Sexobjekten. Die Wortwahl "Girls" statt "Frauen" verharmlost das, was da angeboten wird. 

Girls machen alles mit, sind unkompliziert, hinterfragen nichts und haben auch keine tragische Hintergrundgeschichte. Girls sind so künstlich wie Barbiepuppen. Man kann mit ihnen spielen und muss sich für nichts rechtfertigen, denn eigentlich existiert das Produkt "Girl" ja nicht wirklich. Wahrscheinlich wurde der Begriff  nicht umsonst gewählt. Würde hier "100 Frauen" stehen, wäre das abschreckend?

Das riesige Plakat hing über längere Zeit an einem Ort in Duisburg, an dem viele Schülerinnen und Schüler vorbeikommen. Was für ein Frauenbild gibt das den jungen Menschen? 

Jahrzehnte der Frauenbewegung haben viel erreicht. Allerdings ist offensichtlich nichts bis in die Köpfe der Werbeindustrie vorgedrungen. So hätte man auch in der Steinzeit werben können. Drucken die alles auf ein Poster, wenn sie dafür bezahlt werden? Sprechen die nie mit ihren eigenen Mitarbeiterinnen und finden heraus, wie das empfinden? Was ist mit meinen Rechten, wenn ich immer wieder mit solchem Schrott konfrontiert werde? Eine freiwillige Selbstkontrolle der Industrie wäre durchaus angebracht. 

Jetzt hängt dort ein anderes Plakat. Es bewirbt eine Rettungsorganisation. Normalerweise finde ich solche Werbung langweilig und denke: "Nicht schon wieder ein Spendenaufruf!". Jetzt bin ich dankbar dafür.

Mittwoch, 2. November 2016


Vorleser

Die Welt liefert Stoff für Geschichten 


Eine Idee für eine Geschichte aus dem privaten Umfeld bekam ich kürzlich durch Tierkommunikator Peter Bauer

Meine beiden Kater aus dem Tierheim benahmen sich so merkwürdig, dass ich vollkommen ratlos war. Es gab sowohl gesundheitliche, als auch verhaltensbedingte Probleme. Ich war mit den Nerven ziemlich am Ende. Was ich auch versucht hatte, nichts half. Auch mehrere Besuche beim Tierarzt führten zu keinem Ergebnis.


Ich wollte unbedingt wissen, was in den kleinen Köpfen vor sich ging. Fühlten sie sich überhaupt wohl bei mir?

Peter Bauer hatte mir bereits bei meiner vorherigen Katzengang geholfen. So bat ich ihn erneut um Hilfe. Das erforderliche Foto konnte ich liefern, doch die übliche Altersangabe nicht, da ich praktisch nichts über die beiden wusste.

Was Herr Bauer mir dann über die beiden mitteilte, war sehr überraschend. Daraus werde ich eine Kurzgeschichte machen, weshalb ich an dieser Stelle auch nichts darüber verrate.

Was die gesundheitlichen Probleme angeht, so wurden die mittlerweile vom Tierarzt bestätigt. Die Pflegetipps, die er mir gab, habe ich umgesetzt und unser Zusammenleben ist jetzt wesentlich harmonischer.


Die spirituell angehauchten Bräuche und Festtage der dunklen Herbstzeit sind der Beweis dafür, dass sich die Menschheit schon immer über die Existenz von Dingen bewusst war, die nicht zur Ein-zu-Eins-beweisbaren Wissenschaft zählen. Man muss sie nur zulassen.

Freitag, 26. August 2016

Alle mal entspannen – Ist der Burkini wirklich so ein Problem?

 


Ich muss gestehen, dass ich zunächst nicht wusste, was ein Burkini ist. Google konnte meine Wissenslücke jedoch schnell schließen. Seitdem verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Ich frage mich, ob man muslimischen Glaubens sein muss, um einen Burkini tragen zu dürfen, denn ich sehe in dem Ganzkörper-Badeanzug nur Vorteile.

Die zeitlichen und finanziellen Vorteile:

- Man spart viel Zeit und Geld. Um der Hautalterung und schlimmen Sonnenbränden vorzubeugen, muss man massiv in Sonnenschutzmittel investieren und diese auftragen. Es dauert ewig, bis der ganze Körper flächendeckend eingerieben ist. So ganz unbedenklich sind Sonnenschutzmittel laut einem kompetenten Artikel in meiner kostenlosen Fernsehzeitung nicht. Angeblich beeinflussen sie die menschliche Fortpflanzung negativ.  Mit Burkini muss man nur Gesicht, Hände und Füße eincremen.

- Man muss sich nicht mehr um Körperbehaarung kümmern. Die Bikinizone oder behaarte Beine müssen nicht mehr aufwendig chemisch oder mechanisch freigelegt werden. Man spart sich zunächst Schmerz und später lästiges Jucken, wenn alles nachwächst.

- Man soll in der Sonne eine Kopfbedeckung tragen, um einem Sonnenstich vorzubeugen. Sonnenhüte oder Baseball-Caps werden im Schwimmbad oft vergessen oder verloren. Beim Burkini hat man die Kopfbedeckung immer dabei.

- Es ist hygienischer. Abfallende Hautschuppen gelangen nicht ins Wasser, sondern verbleiben in der Kleidung.

Der visuelle Vorteil:

Mal ganz ehrlich: Wer hat schon eine Copacapana-Figur und sehen im Bikini wirklich gut aus? Dem durch die Werbung aufgebauten Druck nach dem perfekten Körper, können viele auf Dauer nicht standhalten und genieren sich, ihren Body in aller Öffentlichkeit vorzuzeigen. Wie oft bin ich neidisch auf die Badeanzüge, die man in alten Spielfilmen sieht. Was konnten die Frauen damit alles kaschieren? Zellulite, Fettpölsterchen, Hautverfärbungen, Krampfadern, Besenreiser. Vermutlich kann man mit dem Burkini je nach Material den Körper auch formen, den Hintern und den Busen anheben und was sonst noch alles hängt und sich vorwölbt, an die passende Stelle packen.

Vielleicht wäre es auch keine schlechte Idee, auch einen Burkini für Männer herzustellen? Die meisten Männer sind nicht so kritisch mit ihrem Körper, wie wir Frauen. Was man da im Freibad oder am Baggersee häufig zu sehen bekommt, ist nicht sonderlich anregend. Oft kann man dem Anblick von Fleischwülsten und schiefgegangenen Ganzkörper-Tatoos auch durch Herumdrehen nicht entgehen, wenn rechts und links so ein Typ liegt. Nee, muss absolut nicht sein! Ein Burkini für Männer würde uns das ersparen.

Ich möchte hier nicht zur neuen Keuschheit und Prüderie aufrufen. Allerdings verläuft diese Diskussion erneut auf Kosten der Frauen, für die der Burkini die einzige Möglichkeit ist, um überhaupt am Strandleben teilnehmen zu können. 

Wenn sie in ihrer üblichen Bekleidung zwischen den Sonnenanbetern sitzen, ist es denen auch nicht recht, oder? Wieso wird auf mir nicht herumgehackt, wenn ich – hautschutzbedingt – mit großem Sonnenhut, langärmligen T-shirt und bedeckten Beinen im Schwimmbad sitze? Da wird wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen. 

Wenn der Burkini unser größtes Problem ist, ist die Welt noch in Ordnung. Die Warnungen der Regierung vor analogen oder digitalen Katastrophen mit der gleichzeitigen Aufforderung, Lebensmittel zu bunkern, kann man dann getrost als Lachnummer im Sommertheater abtun.

Frankreich erlaubt seit heute erfreulicherweise das kontroverse  Kleidungsstück. Hoffentlich sieht man das in anderen Ländern - und auch in Deutschland - genauso.

Wo bekommt man überhaupt Burkinis?




Sonntag, 21. August 2016

The Making of 
Kitzekleine Kreaturen: https://www.amazon.de/Klitzekleine-Kreaturen-Dutzend-Geschichten-Staunen-ebook/dp/B01JMS9TJI/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1471169181&sr=8-2&keywords=Matilda+Mench

Klitzekleine Kreaturen – Ein Dutzend Geschichten zum Träumen und Staunen


Warum neben der Arbeit noch schreiben? Weil es Spaß macht, in andere Welten einzutauchen und seinen Horizont bei der Recherche zu erweitern. Das sind kostbare Momente. Wenig Verständnis dafür hatte mein Kater, der sich zeitgleich nicht weniger kreativ zeigte, indem er ein Störmanöver nach dem anderen erfand. Seine Strategien, um meine Aufmerksamkeit erregen waren:

  • sich leise von hinten an den Schreibtischstuhl anzuschleichen und in voller Lautstärke zu miauen, so dass man vor Schreck fast vom Stuhl fällt


  • sich auf dem Schreibtisch zwischen Tastatur und Monitor zu quetschen, die Beine elegant über das Keyboard gelegt, was das Schreiben unmöglich macht


  • sich beim Zeichnen der Bilder auf dem Küchentisch möglichst großflächig schlafen zu legen, was auch diese Arbeit unterbricht


  • beim Hochladen des Manuskripts über die Tastatur zu laufen und somit fast einen Nervenzusammenbruch bei der Autorin auszulösen, als das Titelbild dadurch nicht korrekt übertragen wird

süßer Störfaktor

















Wenn man wenig Freizeit hat, die man mit Kreativität ausfüllen kann, verzweifelt man fast an diesen Störversuchen. 

Doch ich habe durchgehalten. Endlich ist der erste Band fertig und als E-Book veröffentlicht! Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat man dem Störer vollständig vergeben. 

Katzen kann man ja sowieso überhaupt nichts nachtragen, oder? Im Gegenteil: Man belohnt sie noch mit einem neuen Kratzbaum, der durch den Erlös des Büchleins mitfinanziert werden kann. Es ist in allen gängigen E-Reader-Formaten erhältlich.

Sonntag, 14. August 2016

Zum Thema Patientenverfügungen



Seit ein paar Tagen bin ich so richtig sauer! Ich habe seit einem Jahr eine Patientenverfügung. Außerdem habe ich alles so ordentlich aufgeschrieben und abgelegt, dass alle Dokumente schnell auffindbar sind. Das hat mich zwei volle Tage meines Lebens gekostet!

Danach kam eine unendliche Erleichterung, weil ich es jahrelang vor mir hergeschoben hatte. Gleichzeitig hatte ich ein schlechtes Gewissen denjenigen über, die sich im Falle einer lebensbedrohlichen Krankheit oder eines schweren Unfalls (oder auch nach meinem Tod) mit meinen Angelegenheiten auseinandersetzen müssten. Jedem, der es hören wollte, riet ich, es mir gleichzutun.

Und nun urteilt der Bundesgerichtshof so einfach, dass Patientenverfügungen und -vollmachten „konkret“ sein müssen (Az: XII ZB 61/16 vom. 09.08.2016). 

Ich empfinde das als eine unglaubliche Anmaßung! Das bedeutet doch, dass man alle leicht und schwer vorstellbaren Eventualitäten in Betracht ziehen muss. Sollen wir jetzt alle Medizin studieren, um in der Lage zu sein, alle möglichen Krankheitsfälle und deren verschiedenste Behandlungsmethoden korrekt benennen und aufführen zu können? Ich bin mir sicher: Selbst wenn ich mich zwei Stunden mit meinem Hausarzt hinsetze und alles bespreche, ist noch nicht alles abgedeckt (und welcher Hausarzt steht mir schon ausführlich für derartige Fragen zur Verfügung?).

Aufgrund von einfachen Formfehlern müssen nun viele Menschen still vor sich hin leiden. Sie befinden sich offensichtlich in einer Situation, in der sie nicht mehr artikulieren können, was sie empfinden und was sie möchten. 

Wozu brauchen wir dann überhaupt noch Patientenvollmachten und -verfügungen, wenn sich dann doch keiner dran halten muss? Wozu sich die ganze Arbeit machen? 

Das Urteil hat doch eher einen abschreckenden Charakter. Ich würde gerne einmal einen Blick in die Patientenverfügungen und -vollmachten der Richter des BGH werfen. Sind die niet- und nagelfest und allumfassend? 

Sonntag, 26. Juni 2016

Umzug der Heilarmee in Southport


Sollte das Wahlrecht von der Lebenserwartung abhängig sein?


Am 23.06.2016 stimmten die Briten über einen Austritt aus der Europäischen Union („Brexit“) ab. Der Morgen danach brachte statt der erwarteten Klarheit Katerstimmung. Nach dem Motto „Be careful what you wish for“ wurde vielen klar, dass sie mit den Konsequenzen lieber doch nicht leben möchten.

Dabei war dieses Ergebnis absehbar. Im Verlauf meiner langen Zeit in Nordwestengland bekam ich den massiven Hass auf die EU mit. Derart unter der Gürtellinie waren die Beschimpfungen, dass ich stillschweigend hoffte, man möge das Vereinigte Königreich aus der EU werfen. Dann wäre endlich Ruhe im Karton bzw. auf der Insel.

Nun sind die Briten freiwillig gegangen und alles ist gut, oder? Was sich allerdings als Reaktion seitens der jüngeren Wähler, die für einen Verbleib in der Union gestimmt hatten, abzeichnet, finde ich äußerst bedrohlich. Sie werfen den älteren Mitbürgern tatsächlich vor, dass sie von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht und für den Austritt gestimmt haben. Die Begründung, die man immer wieder hört: Die Alten hätten ja eh nicht mehr so lange zu leben und müssten die Konsequenzen des Brexit nicht selbst ausbaden. Wie konnten sie bloß derart verantwortungslos abstimmen?

Sollte man das Wahlrecht folglich von der Lebenserwartung eines Menschen abhängig machen? Das bedeutet, dass vor allem bei Entscheidungen, die die langfristige Zukunft der Bürger betreffen, die Alten nicht mit abstimmen dürfen. Ihre Zukunft ist ohnehin klar: Sie vegetieren im Altenheim vor sich hin und kriegen von der Außenwelt nichts mehr mit. Wozu brauchen sie noch Demokratie?

Wie hoch sollte demnach die verbleibende Lebenserwartung sein, damit man seine demokratischen Grundrechte wahrnehmen darf? Fünfzehn Jahre? Zehn Jahre? Fünf Jahre?

Die Petition für eine erneute Abstimmung war zu erwarten. Meine britischen Bekannten sind alle schockiert vom Ergebnis. „Ich bin ein Europäer“ stand in deutscher Sprache in der Betreffzeile einer E-Mail, die mich kürzlich erreichte.

Werden die älteren Wähler sich im Fall einer zweiten Abstimmung noch trauen, ins Wahllokal zu gehen? Was, wenn es wieder eine Entscheidung für den Brexit geben sollte? Wird dann nach einer Wiederholung der Wiederholung des Referendums gerufen, nach dem Motto: Wir stimmen so oft ab, bis ihr alle „richtig“ gestimmt habt?